Mythos Kuckucksuhr im 21. Jahrhundert

EasyWay Vertriebs- GmbH
2021-09-16 20:34:00 / Die Kuckucksuhr / Kommentare 0
Mythos Kuckucksuhr im 21. Jahrhundert - Die Kuckucksuhr im 21. Jahrhundert - von der Entstehung bis Moderne.

Kuckucksuhren sind auf der ganzen Welt beliebte „Originale“ aus dem Schwarzwald. Laut Statista gehören die in den Top 10 der beliebtesten Erzeugnisse aus dem Deutschen Lande. Die Uhrmacherei hatte in dieser Region Süddeutschlands eine lange Tradition. Inzwischen spielt die normale Uhrenindustrie im Schwarzwald kaum noch eine Rolle – der Markt rund um die Kuckucksuhren dagegen boomt, wie niemals zuvor. Besonders beliebt sind die Uhren heute auch in den USA, Mittelamerika, Russland, in Japan und vielen weiteren Regionen Asiens.

Die Kuckucksuhr

Eine Kuckucksuhr ist eine Holzkastenuhr, die traditionell mit aufwändigen Schnitzereien versehen war. Namensgebend ist ein kleiner Kuckuck, der zur vollen Stunde aus einem Loch kommt und den Ruf „Kuckuck-Kuckuck“ abgibt.

Je nach Modell sind die Uhren reich verziert. Original-Uhren sind mit Waldmotiven versehen oder stellen ein typisches Schwarzwaldhaus dar. Die alten Kettenzuguhren sind üblicherweise mit Schwarzwälder Tannenzapfen bestückt.

Kuckucksuhren sind ein Markenzeichen des Schwarzwalds. Sie werden seit rund 300 Jahren im Schwarzwald gebaut und sind heute in der ganzen Welt beliebt.

Neben den klassischen Modellen gibt es heute moderne Uhren in verschiedensten Formen und Farben oder sogar von Künstlern, wie Harald Glööckler oder Karl Lagerfeld entworfene Uhren.

Auf der ganzen Welt gibt es Liebhaber und Sammler, die ganz besondere oder mehrere Kuckucksuhren besitzen. Die Vielfalt ist bis zum heutigen Tag einfach unglaublich und begeisternd.

Weltgrößte Kuckucksuhr in Schonach, Schwarzwald

Eher kleine Exemplare messen nur etwa 20 x 20 Zentimeter. Die größte Kuckucksuhr der Welt im Schonacher Uhrental ist unglaubliche 3,60 Meter lang und 3,10 Meter hoch.

In Schonach und Umgebung sind die Kuckucksuhren Manufakturen ansässig. Auch die Uhrwerke werden in Schonach im Schwarzwalt von SBS-Feintechnik produziert.

Wann wurde die Kuckucksuhr erfunden?

Hier muss man unterscheiden zwischen dem Erscheinen der Schwarzwälder Kuckucksuhren und der Kuckucksuhr allgemein.

Es scheint ganz so, als habe ein Trend im 16. Jahrhundert dazu geführt, dass die Kuckucksuhr in mehreren Uhrmachermanufakturen gleichzeitig entstand. Dabei lässt sich die Geschichte dieses besonderen Uhrentyps noch weiter zurückverfolgen.

Waagbalkenuhr offen (1640)

  • 1615 hatte ein französischer Ingenieur namens Salomon de Caus in einer Fachzeitschrift veröffentlicht, wie sich der Kuckucksruf mit zwei Pfeifen mechanisch nachahmen lässt.

  • Im Jahr 1669 schlug der italienische Architekt und Uhrenkenner Domenico Martinelli in einer Fachpublikation vor, den Kuckucksruf als einheitlich Stundenanzeiger von Uhren zu verwenden.

  • Die ersten schriftlichen Überlieferungen hierzulande sind auf den Franz Streyer und Markus Fidelis Jäck zurückzuführen. Streyer berichtete um 1796 von den Uhrenhändlern, die auf ihrer Reise um 1740 Händler aus dem Bömenland trafen, die hölzernen Uhren mit Kuckucksruf verkauften. Daraufhin begannen die Uhrenmacher Michael Dilger und Matthäus Hummel mit der Herstellung der Kuckucksuhren.

  • Von Fidelis Jäck ist um 1810 zu lesen, dass einer der Gründerväter der Uhrenindustrie Franz Anton Ketterer aus Schönwald solch eine Uhr um 1730 inspiriert von der Orgel gebaut habe.

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Waagbalkenuhr geschlossen (um 1640)

Wie dem auch sei, auch nach fast dreihundert Jahren ist die Kuckucksuhr ein Dauerbrenner und als original nur im Schwarzwald zu finden!

Wer hat die Kuckucksuhr erfunden?

Uhrenthal Schwarzwald

Zeichnung von Wilheln Hahn

Bis heute ist der genaue Erfinder und Herkunft dieses Erfolgsmodells aus dem Schwarzwald umstritten.

Das älteste sicher dokumentierte Exemplar gehörte dem Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen. Woher diese Uhr stammte ist unbekannt, ebenso ob sie wirklich die erste der Welt war.

Im Schwarzwald entstanden erste serienmäßig gebauten Uhren mit Kuckucksruf im 18. Jahrhundert.

Die Frage, „Wer hat die Kuckucksuhr erfunden?“, beantworten viele Quellen mit einem dieser vier Herren.
 

  • Franz Anton Ketterer aus Schönwald begann um 1730 mit der Herstellung.

  • Michael Dilger aus Neukirch produzierte nachweislich um 1742 Uhren mit Kuckucksruf.

  • Weitere Männer, die als „Erfinder“ gelten, sind Matthäus Hummel und Franziskus Ketterer.

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Jedoch handelt es sich bei diesen Uhrenbauern nicht wirklich um die Erfinder, sondern um die ersten, die diesen Uhrentyp im Schwarzwald bauten.

Die Bedeutung des Kuckucksrufs

Traditionell kommt dem Kuckuck ein etwas zweifelhafter Ruf zu. Einerseits galt der Kuckuck als Glücksbote, andererseits sagte man ihm aufgrund seines Brutverhaltens gar „teuflische“ Eigenschaften nach.

Trotz dieser Doppeldeutigkeit verehrte man den Ruf des Kuckucks im zeitigen Frühjahr als ein Symbol der Fruchtbarkeit und des Reichtums. Regional hieß es, man sollte den Geldbeutel schütteln, sobald der Kuckucksruf ertönt, damit er sich reichlich fülle.

Kein Wunder also, dass der Italiener Domenico Martinelli den Kuckucksruf als verbindlichen Stundenanzeiger einführen wollte. Jede Stunde mit einem Reichtum verheißenden Kuckucksrufs beglückt zu werden, kann vielversprechend sein!


Ob sich der weltweite Erfolg der Uhren aus dem Schwarzwald wohl damit begründen lässt?

Uhrenbau ist eine Schwarzwälder Tradition

Die Schwarzwälder haben weit mehr Uhrentypen gebaut: Seit dem 17. Jahrhundert erlebte die Uhrenmanufaktur im diesem süddeutschen Mittelgebirge einen Boom. Zunächst waren es normale Holzkastenuhren, später Lackschilduhren oder auch Standuhren, die im Schwarzwald hergestellt wurden. Der bis heute weltbekannte Uhrenhersteller Junghans hat ebenfalls seine Wurzeln im Schwarzwald.

Dabei entwickelte sich im 18. Jahrhundert eine frühe Form der industriellen Kooperation, die bis heute als vorbildlich gilt. Irgendwann bauten die Uhrmacher nämlich nicht mehr gegeneinander, sondern miteinander.

Uhrmacher spezialisierten sich auf die Fertigung von Einzelteilen. Die einen stellten Schilder her, die anderen die Uhrwerke, wieder andere erledigten die Schnitzarbeiten.

So konnten große Mengen Uhren in sehr hoher Qualität gefertigt werden – und die waren bald in ganz Deutschland und im benachbarten Ausland beliebt.

Wie funktionieren Kuckucksuhren?

Hier muss man zwischen zwei Haupttechnikmerkmalen unterscheiden:

Zum einen geht es natürlich um das Uhrwerk. In diesem Zusammenhang taucht natürlich eine Frage immer wieder auf:

„Wie kommt eigentlich der Kuckucksruf der Uhr zustande?“

Diese Frage lässt sich ganz einfach beantworten: In der Uhr sind zwei kleine Pfeifen, deren Mechanismus mit dem Uhrwerk verbunden ist.

Zu jeder vollen Stunde wird durch Druck zwei kleine Blasebälge unter den Pfeifen mit Luft gefüllt, dann losgelassen und die Luft strömt nach oben durch die Pfeifen.

Derselbe Mechanismus löst kurz nach dem Ruf bei den meisten Uhren zusätzlich noch einen Gong aus.

Bei sehr aufwändig verzierten Uhren bewegen sich neben dem Kuckuck weitere Elemente wie Tänzer und Vögel.

Der Hauptdarsteller, der Kuckuck, wird über einen Drahtzug oder Scheibenmechanismus aus seinem Kämmerlein befördert. Bei filigran gearbeiteten Stücken bewegt der Kuckuck sogar seinen Schnabel und bei der „Wachteluhr“ gibt ein weiteres Vögelchen die Viertelstunden an.

Das Uhrwerk dagegen ist ein ganz einfacher Radmechanismus:
Mehrere Zahnräder sind so miteinander verarbeitet, dass sich die Mechanismen exakt in Sekunden, Minuten und Stundentakten bewegen. Erreicht wird das über die Größe der Räder und den Abstand der Zähne.

Angetrieben werden traditionelle Uhrwerke durch mechanische Energiespeicher. Die Energie wird bei vielen Schwarzwälder Uhren durch an einem Kettenzug hängende Gewichte bereitgestellt. Wird an den Ketten gezogen „lädt“ sich die Uhr durch die Aufwärtsbewegung der Gewichte auf.

Die gespeicherte Energie wird durch den Mechanismus dann kontrolliert beziehungsweise verzögert abgegeben. Die Räder im Inneren sorgen für den Takt und gleichzeitig für die Bewegung der Minuten- und Stundenzeiger.

Je nach Modell hält eine Betätigung des Lademechanismus das Uhrwerk für einen oder acht Tage am Laufen.

Kuckucksuhren - die Stilrichtungen

Traditionelle Kuckucksuhren

Im traditionellen Stil sind aufwändig aus Holz geschnitzte Uhren. Geziert werden sie mit Wald- und Jagd-Motiven oder floralen Ornamenten verziert.

Die Bahnhäusleuhr wird ebenfalls zu den traditionellen Kuckucksuhren gezählt. Der Holzkasten ist im Stil der typischen Schwarzwälder Bahnwartehäuschen aus dem 19. Jahrhundert gehalten.

Wachteluhren sind im traditionellen Stil gefertigte und aus Holz geschnitzte Kuckucksuhren. Das besondere dieses Uhrentyps ist der mechanische Wachtelruf, der zu jeder Viertelstunde ertönt.

Chalet-Stil Kuckucksuhren

Die Klassiker und größten Stücke zeigen ein Schwarzwaldhaus mit Holzschindeldach, Vorgarten, Tanne und anderem filigranen Beiwerk. Der Kuckuck residiert bei den Chalet-Stil Uhren unter dem Dach.
Je nach Modell bewegen sich zur vollen Stunde weitere Zierden wie tanzende Menschen, Eichhörnchen, Rehe oder Holzhacker.

Traditionell sind auch diese Uhren aus Holz gefertigt.

Moderne Kuckucksuhren

Natürlich hat die Moderne längst auch Einzug in die Welt der Kuckucksuhren gefunden. Moderne Uhren sind weit mehr als nur Neuauflage von altertümlichen Kitsch.

Unter den modernen Typen finden sich wunderschön gestaltete Uhren für jeden Geschmack. Wem die traditionellen Uhren zu wuchtig sind, kann ein einfaches Vogelhäuschen mit Kuckuck erwerben.

Selbst Architekturfreunde finden „ihren“ Kuckuck, der in einem Häuschen im Bauhausstil residiert. 

Auch neuen Werkstoffe, wie Alluminium und Glas fanden den Einzug in die Gestaltung der Modernen Uhren und veredeln jede Wohneinrichtung.

Der „letzte Schrei“ sind energetische Kuckucksuhren in Pyramidenform.

Ihr Dmitri